Das ARD-Hauptstadstudio im Berliner Regierungsviertel (Foto: ARD-Hauptstadtstudio/Peggy Stein)

Bundespolitik in Radio und TV

Das ARD-Hauptstadtstudio ist eine Gemeinschaftseinrichtung der neun Landesrundfunkanstalten der ARD. Hier entstehen Nachrichtenbeiträge zur Bundespolitik in Radio und TV.

Ob für die rund 65 Hörfunkwellen der ARD, die Nachrichtensendungen des Ersten Fernsehprogrammes oder die Dritten Programme: Erfahrene Korrespondenten, von den Landesrundfunkanstalten nach Berlin entsandt, berichten täglich in Nachrichtenbeiträgen, Interviews und Kommentaren über die Bundespolitik. "Tagesschau'' und "Tagesthemen" wie auch "Mittagsmagazin" und "Nachtmagazin" des Ersten werden aus dem ARD-Hauptstadtstudio beliefert. Zudem produziert es "Brennpunkte" zur Bundespolitik und übernimmt Sondersendungen zu Wahlen, Parteitagen oder bei Staatsbesuchen. Wöchentlich entsteht hier die Sendung "Bericht aus Berlin", das Fernsehmagazin des Ersten zur Bundespolitik, mit aktuellen Reportagen und Analysen. Auch der Ereignis- und Dokumentationskanal phoenix hat im ARD-Hauptstadtstudio einen eigenen Redaktions- und Produktionsstab.

Digitaler Rundfunk

Das ARD-Hauptstadtstudio (Foto: ARD-Hauptstadtstudio/Wolfgang Scholvien)  Großansicht
Das ARD-Hauptstadtstudio

Als "Visitenkarte" für ein öffentlich-rechtliches Angebot, das sich sehen lassen kann, zählt das ARD-Hauptstadtstudio zu den modernsten digitalen Hörfunk- und Fernsehstudios in Europa. Servergestützte Redaktions- und Schnittsysteme sowie komplexe Digitaltechnik unterstützen die Arbeit der Journalisten und Techniker und sichern die Aktualität der Berichterstattung.

Standort im Herzen Berlins

Mitten im Zentrum Berlins, in direkter Nähe zum Reichstag, zu den Bundestagsbauten, der Bundespressekonferenz und dem Kanzleramt, hat die ARD den idealen Standort gefunden. Kurze Wege für Journalisten und Politiker auf dem Weg zur aktuellen Nachricht: räumliche Nähe und dabei kritische Distanz zur Politik. Von den Bauherren WDR und SFB (heute: rbb) errichtet, wird das Studio seit seiner Eröffnung im Jahre 1999 von allen ARD-Anstalten gemeinsam finanziert.


Tina Hassel im Interview zu 20 Jahre ARD-Hauptstadtstudio


Tina Hassel (Foto: ARD-Hauptstadtstudio/Thomas Kierok)  Großansicht
Tina Hassel, Studioleiterin und Chefredakteurin Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio

Zwei Jahrzehnte hat die ARD ihr Hauptstadtstudio in Berlin, rund vier Jahre davon bereits unter Ihrer Leitung. An welchen Moment aus dieser Zeit erinnern Sie sich besonders gerne?

An den Moment am 1. Juli 2015, als ich morgens meine Tasche im neuen Büro abstellte, dann den Tag über eine Art "Speed Dating" mit wunderbaren Kolleginnen und Kollegen aus dem Haus hatte und abends in der Tagesschau um 20 Uhr live auf dem Sender war. Alles am ersten Tag. Da war mir klar: hier bin ich richtig – und das wird gut.

Das Studio der ARD ist ein Anker im politischen Nachrichtengeschäft. Was macht die "Marke Hauptstadtstudio" aus?

Das Bild des Ankers gefällt mir. Es zeigt, wie wichtig es ist, fundiert zu berichten: Dazu braucht es Hintergrundinformationen und viel Raum für Recherche. Tief graben und dicke Bretter bohren. Ein Anker, um im Bild zu bleiben, muss festhaken, also dass man hartnäckig dran bleibt an Themen, um Bundespolitik verständlich zu machen. Wir "erden" komplexe politische Prozesse, indem wir immer fragen, was sie für den Alltag der Menschen in Deutschland konkret bedeuten. Mehr Lebenswirklichkeit in der Berliner Debatte, das ist unser Ziel.

Von Anfang an gab es Nachrichtenproduktion im Hörfunk, Fernsehen und Online. Welche Rolle spielt crossmediales, medienübergreifendes Arbeiten im Haus?

Unter dem etwas sperrigen Begriff "Crossmedialität" verbirgt sich ein starker Motor für viele neue Prozesse in unserem Studio. Dass wir sie mit Energie, Veränderungsbereitschaft und Gestaltungswillen in den letzten Jahren gemeinsam vorantreiben, freut mich sehr. "Kästchen-Denken" hat hier keine Chance. Die Bereiche Hörfunk, Fernsehen und Online arbeiten inhaltlich und strukturell immer vernetzter, mit gemeinsamen Planungsrunden und Produktionsabläufen. Was sich hier entwickelt, ist spannend und lebendig.

"Online und Social" hat also an Bedeutung stark zugenommen. Wie geht das Hauptstadtstudio ganz konkret damit um?

Mit Kreativität und Initiative. Und mit Spaß! Wir sind inzwischen viel stärker in den Sozialen Netzwerken aktiv, setzen eigene interaktive Formate auf, wie zum Beispiel "Frag selbst" vor der letzten Bundestagswahl, wo sich alle Parteivorsitzenden den Fragen der Netzcommunity stellten. Und unser Social Media-Team arbeitet auch immer intensiver mit tagesschau.de in Hamburg zusammen.

Im Jubiläumsjahr stehen drei Landtagswahlen und eine Europawahl auf dem Programm – mit Blick auf diese Ereignisse: Was macht gute, zeitgemäße Politikberichterstattung für Sie aus?

Nehmen wir diese Ereignisse mal als drei Länderspiele und eine Europameisterschaft. Wie schießt man da viele journalistische Tore? Nur mit einem erfahrenen, hochmotivierten Team, das lange Pässe ebenso kann wie den kurzen schnellen Sprint. Und dem auch am Ende einer langen Saison nicht die Luft ausgeht. Wir haben hier im Hauptstadtstudio ein solches Profi-Team, mit dem ich mich jeden Tag freue, aufs Spielfeld zu gehen. Gute Politikberichterstattung ist immer Teamwork, aus Redaktion, Produktion und Technik. Wenn das Ergebnis stimmen soll, müssen alle Hand in Hand arbeiten.

Die nächsten 20 Jahre stehen bevor – wo sehen Sie die größten Herausforderungen aber auch Chancen für den politischen Journalismus?

Soweit vorauszudenken, benötigt hellseherische Fähigkeiten, auch wenn die Zeit hier im politischen Berlin gefühlt schneller läuft … Und das ist auch schon eine der Herausforderungen: die schnelle Taktung und Atemlosigkeit im journalistischen Tagesgeschäft. Berichterstattung, der keine Zeit für Reflexion bleibt, verschluckt sich an sich selbst. Hier zu entschleunigen ist die große Chance, aber auch die Messlatte für seriösen politischen Journalismus. Wir als öffentlich-rechtliches System brauchen nicht die reißerische Schlagzeile, um Klicks zu generieren. Unser höchstes Gut ist Glaubwürdigkeit und journalistische Unabhängigkeit. Das führt zu Vertrauen beim Publikum. Gerade in der Information können wir damit punkten.

Kein Geburtstag ohne Glückwünsche: Was möchten Sie dem ARD-Hauptstadtstudio für die Zukunft mit auf den Weg geben?

Dass wir weiterhin sorgfältig und profund recherchierte Informationen liefern und komplexe Politik so runterbrechen und erzählen, dass Menschen verstehen, was hier entschieden oder auf die lange Bank geschoben wird. Und dass unsere Beiträge nicht nur klüger, sondern auch noch Spaß machen. Das ARD-Hauptstadtstudio ist seit 20 Jahren eine feste Marke der Politikberichterstattung. Und die soll es auch in den kommenden 20 Jahren bleiben – trotz aller schnellen Veränderungen. Unsere Währung ist Akzeptanz beim Publikum und Relevanz in der Gesellschaft. Zu beidem wollen wir hier im Studio auch in Zukunft beitragen.



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Über uns: Das ARD-Hauptstadtstudio

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Imagefilm Hauptstadtstudio 20-jähriges Jubiläum

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Hinter den Kulissen: Maskenbildnerin Marietta Szokola

© ARD-Hauptstadtstudio Berlin