
SWR-Studioleiterin Birgit Wentzien beschreibt den Tagesverlauf einer Hörfunk-Journalistin und die einzelnen Schritte zur Entstehung eines Radiobeitrages.
Gegen 9.00 Uhr jeden Morgen beginnt im ARD-Hauptstadtstudio der Arbeitsalltag der Hörfunk-Korrespondenten. Seit einigen Stunden zuvor haben die Kollegen des Frühdienstes dann bereits den Tag im Blick.
Themen und Termine werden in der Früh gemeinsam mit den Kollegen im Haus und in den zu beliefernden Landesrundfunkanstalten besprochen. Danach folgt das eigentliche journalistische "Handwerk": Recherchieren von Informationen und anschließend die Herstellung des Beitrags, der dann live oder vorproduziert auf Sendung geht.
Zeit für die erste Schaltkonferenz des Tages. Bevor die "Mutterhäuser", das heißt die Sendeanstalten, nach Berlin zugeschaltet werden, tauschen sich die Korrespondenten untereinander aus. Was lief an politischen Themen am vergangenen Abend, was war am Morgen bereits im Programm? Wie kann welches Thema für den Tag "weitergedreht" werden, mit welchen inhaltlichen Akzenten, mit welchen Stimmen, welchen Interviewpartnern? Was war gut, kann besser oder anders werden? Und: Was haben die Kollegen der Zeitungen und Agenturen zu melden?
Die Schaltkonferenz mit den Kollegen beginnt. Sie sitzen in den "Mutterhäusern", zum Beispiel in Baden-Baden, Bonn, Mainz und Stuttgart. Der Studioleiter des jeweiligen Hörfunkstudios im ARD-Hauptstadtstudio moderiert das Gespräch via Konferenztelefon und präsentiert die Berliner Themen des Tages. Darunter sind Pflicht-Themen, aber es gibt natürlich auch die journalistische Kür: Was ist von den aktuellen Meldungen der Nachrichtenagenturen zu halten? Sind die darin aufgeführten Gründe, Rückschlüsse und Prognosen richtig? Und wenn ja, wer kann das bestätigen?
Die Hörfunk-Studioleiterin verteilt die Themen und Termine an ihr Team. Die Korrespondenten teilen sich die Arbeit auf: Einer übernimmt den Mittagskommentar und geht danach zu einer Pressekonferenz. Ein weiterer Kollege ist Live-Gesprächspartner für die Mittagsmagazine. Ein dritter Korrespondent schreibt die Berichte für die Nachrichtensendungen. Aktuelle Entwicklungen werden von den Kollegen recherchiert. Ihre Beiträge sind für die späteren Sendungen am Nachmittag und Abend "gebucht".